Peru

Die Wolken zum Greifen nah vom 18.04. - 01.05.2015

Ein Reisebericht von Birk Nitschack

Wie wäre es einmal mit den Unesco-Weltkulturerbestätten Cusco und Maccu Picchu oder einer Fahrt auf dem höchstgelegenen schiffbaren See der Erde? Das dachten sich auch 15 Reiseteilnehmer – denn nach 13 Jahren Reiseerfahrung wählte die VR-Bank Altenburger Land eG erstmals den südamerikanischen Kontinent als Reiseziel. Über Frankfurt und Madrid ging es in die peruanische Hauptstadt Lima, welche es für zwei Tage zu erkunden galt. Nach dem akklimatisierenden Bad im Pazifik und dem ersten Test der kulinarischen Köstlichkeiten startete unsere gemeinsame kulturelle Reise mit Begegnungen aus der Inka-Epoche und der spanischen Kolonialzeit. Per Inlandsflug gelangten wir nach Arequipa ins Herz der Anden – und wieder eine andere Welt: Flankiert von fünf- und sechstausend Meter hohen Vulkanbergen hieß es „Silencio“ im Klosterleben von Santa Catalina. Dort erlebte unsere Reisegruppe die quirligen Märkte der Peruaner und testete Lebensmittel wie Coca-Tee, um die Höhen der Anden zu bestehen. So gestärkt machten wir uns an die Passüberquerungen in den Zentralanden mit Höhen von 4.900 m – sicher eine Erfahrung der besonderen Art.

Im Colca-Tal waren die heißen Thermalquellen ein belebendes Element, um am nächsten Morgen zum „Kreuz des Kondors“ aufzubrechen und die majestätischen Vögel beobachten und bewundern zu können. Wir hatten Glück, und so zogen die Könige der Anden ihre Bahnen in den morgendlichen Aufwinden. Die Reise setzte sich fort nach Puno an den Titicacasee mit den schwimmenden Dörfern der Uros-Indianer sowie einem Tagesbootsausflug Richtung bolivianischer Grenze mit Inselwanderung auf 4.000 m Höhe. In den nächsten Tagen standen u.a. der Tempel von Wiracocha und die Sixtinische Kapelle der Anden auf unserem Programm, um anschließend Cusco anzusteuern. Cusco, die ehemalige Hauptstadt des Inkareiches, ist idealer Ausgangspunkt für kulturhistorische Entdeckungsfahrten. Wir erlebten die unglaubliche Passgenauigkeit der Inka-Architektur, welche als logistische Meisterleistungen und als Kraftaufwand mit einfachen technischen Voraussetzungen in die Geschichte eingingen: Wie konnten bis zu 85 Tonnen schwere, behauene Steine wie ein Puzzle akkurat ihren Platz in einer Mauer finden? Wie wurden 20-Tonnen-Quader kilometerweit durch die unwegsame Landschaft auf Berge transportiert? Welchen Hintergrund hatten Opferkult und Mumifizierungen? Viele Fragen konnten von den sympathischen Reiseleitern beantwortet werden, doch die Wissenschaft hat gerade in Südamerika noch viele Aufgaben, zumal nach Ankunft der spanischen Eroberer und damit einhergehender Missionarstätigkeit viele Informationen verloren gingen.

Mit diesem gewachsenen Kenntnisstand und einer Übernachtung in klösterlicher Obhut im heiligen Tal der Inka führte die Route zum erwarteten Highlight der Peru-Expedition: Maccu Picchu. Nach komfortablem PeruRail, waghalsigem Bustransfer und Anstieg per pedes wurden alle belohnt: Vor uns lag die „Verlorene Stadt der Inka“ – wolkenumschweift, kein Regen, sogar sonnig – ein Traum. Wir lernten die Terrassen, Tempel, Häuser und Paläste kennen und erfuhren vieles über deren Funktion und das Leben der Bewohner. Bleibende Erinnerungen und manches Landestypische im Gepäck – eine Reise mit enorm vielen Eindrücken und Höhepunkten neigte sich leider zu schnell dem Ende entgegen. Eine Beruhigung für die Daheimgebliebenen sei noch erwähnt: Die Meerschweinchen, eine exklusive kulinarische Spezialität, blieben zumindest von der Bankreisegruppe unangetastet.